Birgit Sauerschell alias Kaala Knuffl

Hallo! Ich bin Kaala Knuffl (im richtigen Leben bin ich Birgit Sauerschell, Diplom Psychologin) und ich bin ein Clown. Ich bin ein sehr offener, warmherziger, eher ruhiger und dezenter Clown mit einer großen Liebe zu den Menschen. Unter anderem bin ich BeerdigungsClown. Das heißt, dass ich bei Beerdigungen, Trauerfeiern, Erinnerungsfeiern, eben bei allen Anlässen die es gibt, wenn ein Mensch gestorben ist, dabei sein möchte. Ich komme dann, wenn mich entweder der Verstorbene zu Lebzeiten dafür gebucht hat, oder wenn Angehörige wollen, dass ich die Feierlichkeit, wie immer sie gestaltet wird, durch meine Anwesenheit bereichere. Dies kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem wie es vorher in einem ausführlichen Gespräch abgesprochen wurde: – Auf Wunsch kann ich einfach nur da sein, und durch meine Gegenwart die Atmosphäre verändern. – Ich kann pantomimisch eher poetische Einlagen am Grab darbieten, mit Luftballons (weiß oder bunt) oder auch mit der Geige (nicht perfekt, was dem Clown und dem Leben entspricht). – Auch kann ich beispielsweise das Lieblingsgedicht des Verstorbenen oder einen ausgewählten Text vortragen. – Oder einen Bereich des Lebens des Verstorbenen darstellen, oder auch die Trauerrede halten. Es gibt sicher noch viel mehr Möglichkeiten, die sich gemeinsam entwickeln können. All dies geschieht auf besondere Weise, aber immer mit sehr viel Respekt dem Verstorbenen und der Trauergemeinde gegenüber (hierfür habe ich feine Antennen und kann sehr sensibel und spontan reagieren), jedoch mit den Freiheiten des Clowns, der Menschlichkeiten ehrlicher benennen, oder auch Dinge, die typisch bzw. wichtig für den Verstorbenen waren, miteinbeziehen kann. Der Clown kann auch Dinge tun, die ein anderer vielleicht lieber nicht tut, die sich der Verstorbene aber gewünscht hat. So kann ich dazu beitragen dem Verstorbenen gerecht zu werden. Und ich kann Momente und Bilder erzeugen, die bei den Trauernden in guter Erinnerung bleiben – immerhin ist die Trauerfeier das letzte offizielle Date mit dem Verstorbenen. Durch all diese möglichen Tätigkeiten des Clowns – möchte ich die schwere Decke der Trauer etwas anheben, ohne die Trauer wegzuwischen. Trauer ist viel zu wichtig, als dass man sie übergehen sollte. – Ich möchte die Schwere und Dunkelheit etwas erhellen und leichter machen. – Ich möchte dazu beitragen Emotionen zu wecken und Gedanken zu erlauben, die sich manch einer vielleicht verbietet. Und: – Ich möchte durch meine Anwesenheit den inneren Clown in jedem von uns anstupsen, damit er den einzelnen in der Zeit des Abschiednehmens und der Trauer mit seinen positiven, bejahenden, kreativen Fähigkeiten – vielleicht auch unbewusst – unterstützt. So sehe ich mich als Verbindungsglied zwischen den Trauernden und dem Verstorbenen, zwischen der Dunkelheit und dem Licht, zwischen der Schwere und der Leichtigkeit, zwischen dem Vergangenen und dem Kommenden, zwischen dem Verlorenen und dem Gewonnenen, zwischen LEBEN UND TOD. Wie der Tod zum Leben gehört, und das Leben zum Tod, so gehört meiner Meinung nach auch der Clown zum Leben und zum Tod.

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