„Sieben Särge“ – eine Ausstellung von Gerhard Rossmann

Sieben Särge – eine Ausstellung von Gerhard Rossmann
Gerhard Rossmann

Die letzte Behausung des Menschen ist ein kleiner Raum. Ein Zimmer aus Kiefer-, Fichten-, Eichenbrettern. Ruhestätte. Keine Tür, kein Fenster. Ein Raum zum Verwesen, zur Auflösung. Zur Erlösung. Tod, tot. Draußen: Trauer, Anteilnahme, Aufbahrung, Beerdigung. Nachruf, Würdigung. Nachkommen, ein Erbe hinterlassen. Das Leben geht weiter, der Tod auch.

Sieben Särge ohne Leichen, aber mit Inhalten. Särge mit Landschaften, Ortschaften und Objekten, Modellen vom Maßstab 1:160 über 1:25 bis zu Nachbildungen und Originalen 1:1. Särge als Stellungnahme: Das Verhältnis zum Sterben, zum Tod, zum Glauben, zum Leben. Politik und Gesellschaft. Macht und Machtlosigkeit. Vorstellungen vom Jenseits. Das Primat des Diesseits.

Sieben: sieben Weltwunder, sieben Tage, sieben Tugenden, sieben Laster, sieben Sakramente, sieben Gaben des Heiligen Geistes, sieben Werke der Barmherzigkeit, die sieben Schmerzen und sieben Freuden Mariens, das Siebeneck als häufige Grabkapellenform, der siebente Himmel der Muslime, das siebenmalige Umschreiten der Kaaba in Mekka, sieben Zwerge, sieben auf einen Streich beim tapferen Schneiderlein.

Gerhard Rossmann

Geburt: 19.01.1951 in Nürnberg, Tod: xx.xx.20xx in x

Studium an der Bergischen Universität Wuppertal: 1974 - 1979, Diplom Industrie-Designer Geschäftsführer der Wupper Nachrichten 1983-1997, Gründer und Herausgeber des HEINZ-Magazins 1991 - 2014, Beginn des Projektes: Sieben Särge 2014, Wohnort: WuppertalSterben Ich werde sterben: Irgendwann. In vielen Jahren oder in wenigen Monaten oder Tagen. Wenn ich Pech habe, verunglücke ich. Tödlich. Gleich. Wo sterbe ich? Im Krankenhaus. Im Hospiz. Zu Hause oder unterwegs. Während des Urlaubs. Auf der Straße. Im Zug. Das Sterben findet überall statt. 64 Menschen sterben weltweit pro Minute.Tod Ich werde irgendwann tot sein. Wie lange werde ich tot sein, ewig oder bis zum Ewigen Leben? Ewiges Leben oder Ewiger Tod?

Zu den anderen Themen blättern:

Kommentare (1)

  • Sylvia Domogalla

    15 Juni 2020 at 13:37 | #

    Es hätte mich nicht überrascht, im letzten Sarg die Aufforderung zu finden, mich geistig mal selbst hinein zu lege, was ich dann, bevor ich das "Jüngste Gericht" zu sehen bekam, ja ganz kurz auch getan habe.
    Zufällig habe ich heute Musik von selbst aufgenommenen Musikkassetten gehört und danach, als ich im Internet so nach dem Motto "Was macht eigentlich Christof Stählin heute... " geschaut habe, festgestellt, daß die Künstler, die da singen und spielen (Christof Stählin und Edward Tarr) beide schon verstorben sind.
    Vor über 30 Jahren habe ich Christof Stählin mal auf einem Spaziergang in Tübingen getroffe. Er kam von einem alten kleinen Weingartenhäuschen. Das sei sein Elysium im alten Weinberg, in das er sich zum Dichten ab und zu zurückzöge, hat er damals gesagt.
    Möge er mit Edward Tarr nun in einem ewigen Elysium sein, wo dem gemeinsamen Musik machen keine wirtschaftlichen Überlegungen mehr im Wege stehen...

    Antworten

Haben Sie Fragen, Anmerkungen, Lob oder Kritik zu diesem Thema? Wir freuen uns über Ihren Kommentar!