Der letzte Brief – nach einer wahren Begebenheit

Feierabend, Anke: Der letzte Brief
Anke Feierabend

Der letzte Brief

Anke Feierabend liest in diesem Video eine wahre Begebenheit zum Thema „Was ich Dir noch sagen wollte – Briefe als friedenstiftendes Mittel am Lebensende“. In dieser Geschichte wurde ein Brief und das, was daraus folgte, das größte Geschenk eines sterbenden Vaters an seine Tochter.

Anke Feierabend

Violinistin, Musikgeragogin, Dozentin, Kreativtherapeutin im Palliativbereich

Studium der Violine, der Kalligraphie und der Psychologie, der Neueren deutschen Literatur und der Erziehungswissenschaften.

Durch den Tod ihres Bruders, den Anke Feierabend in seinen letzten Wochen begleitete, wurde sie 2008 mit dem Thema Sterben unmittelbar konfrontiert. Da sie ihrem Bruder sehr eng verbunden war, durchlebte sie nicht nur die Rolle einer nahen Angehörigen, sondern erfuhr auch hautnah das Ringen und die Ängste des Sterbenden. Nach seinem Tod arbeitete sie sechs Jahre lang als Kunsttherapeutin auf einer Palliativstation. Sie hatte keinerlei Berührungsängste gegenüber Sterbenden und ihren Angehörigen mehr und wusste um ihre Nöte. Darum standen die Wünsche der ihr anvertrauten Menschen stets im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Ihre Kunsttherapie hatte sich an den besonderen Bedürfnissen der Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu orientieren und nicht umgekehrt.

Da die klassische Kunsttherapie für die meisten Palliativpatienten meist eine Überforderung darstellt, entwickelte Anke Feierabend aus ihren vielfältigen Kompetenzen heraus eine alternative Kunsttherapie. Mit ihren „Briefen als friedenstiftendem Mittel am Lebensende" gelang es ihr vielfach, Sterbenden den Wunsch zu erfüllen, einen ihnen wichtigen Menschen, zu dem der Kontakt abgebrochen war, noch wiederzusehen. Damit schenkte sie nicht nur den Sterbenden einen unschätzbaren Frieden, sondern auch den anderen beteiligten Menschen. Heute ist Anke Feierabend als Dozentin an Instituten der Berufsfortbildung tätig und schult MusikerInnen, medizinische Berufsgruppen, Pflege- und Betreuungskräfte u. a. darin, wie sie Musik und Briefe in ihrem Arbeitsumfeld mit alten, (demenz)kranken und sterbenden Menschen segensreich einsetzen können.

Neben der Arbeit mit Sterbenden entwickelte Anke Feierabend einen therapeutischen/validierenden Musikunterricht (Anke Feierabend-Methode® (AFM)) für demenz- und anderweitig kranke Menschen. Dafür wurde sie 2014 mit dem niedersächsischen ARTIEInnovationspreis für besonderes Engagement im sozialen und gesellschaftlichen Bereich ausgezeichnet.

Als 1. Vorsitzende leitet sie den von ihr gegründeten gemeinnützigen Verein TonFolgen e. V. – Verein für therapeutischen Musikunterricht.

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Kommentare (1)

  • Konrad Lappe

    08 Mai 2020 at 20:20 | #

    Vielen Dank für den bewegenden Bericht über die Zusammenführung von sterbendem Vater und Tochter nach Kontaktabbruch. Im Freundeskreis höre ich einige Male von solchen Kontaktabbrüchen.
    Im Hospiz konnte ich als Ehrenamtlicher einige Male mit Liedern eine Verbindung zwischen sich verabschiedenden Sterbenden und Angehörigen herstellen. Solche Momente sind sehr beglückend. Und wenn eine solche Verbindung nicht gelingt, dann ist das hart zu begleiten.

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